Was passiert, wen Journalisten ein wenig zu wenig recherchieren, kann seit gestern auf
welt.de nachgelesen werden. Dort wird die
Petition gegen die Einführung der Internetzensur nämlich für beendet und damit tot erklärt:
Eine Online-Petition hatte das Ziel, das umstrittene Gesetz des Familienministeriums zur Sperrung von Kinderpornoseiten zu stoppen, in wenigen Tagen 70.000 Unterschriften gesammelt. Als Begründung wurde Angst vor Zensur und Gefährdung der Informationsfreiheit im Internet angeführt.
Erstens sind es mehr als 80.000 Unterschriften und zweitens wurde die Petition nicht mit Angst begründet, sondern mit der Gefahr, die generell von Zensurmaßnahmen ausgeht: Ausweitung, fehlende Transparenz, fehlender rechtsststaalicher Charakter.
Der ganze Rest des Artikels ist reine, unreflektiert übernommene PR der deutschen Kinderhilfe unter dem Deckmantel einer repräsentativen Umfrage:
„Das Ergebnis der Umfrage bestätigt meinen Eindruck, dass es sich bei den Unterschreibern der Online-Petition um Internetliebhaber, Blogger, im Grunde also um eine Minderheit handelt wenn auch eine gut organisierte“, sagte der Chef der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann.
Ich sage dazu nur: Prima Timing! Erst der Websitenhack, dann das proklamierte Ende der ePetition (
in Wirklichkeit kann man bis zum 16.06.2009 mitzeichnen!) und nun eine höchst verwertbare Datenlage:
... dem Bericht zufolge [stimmten] neun Prozent für ein völlig freies Internet, 84 Prozent für Kontrolle und Sperrung bestimmter strafbarer Inhalte durch den Staat.
Siehe dazu auch:
Sieben ProzentInfratest-Umfrage zu Netzsperren