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Mai 18: Zensursula-Seiten unter Druck (abgeschaltet) [UPDATE]

Holla, da scheint sich ja einiges zusammenzubrauen, einige Domains der Gattung "Zensursula" sind offline. Zur Begründung heißt es zum Beispiel auf zensursula.net:

Diese Seite ist als Informationsportal rund um die geplanten Internetsperren gegen Kinderpornografie gedacht. Der Domainnamen ergab sich aus dem aus diesem Zusammenhang gebildeten "Buzz-Word" Zensursula. Ich wollte hier - ein möglichst neutrales - Internetportal dazu einrichten. Der Spaß hört sich allerdings auf, wenn entweder Seiten gehackt werden (z.B. die Seite der Kinderhilfe, die weder von mir gehackt wurde, noch entsprechende Aktivitäten von meiner Seite ausgingen) oder persönliche oder rechtliche Angriffe auf Betreiber entsprechender Seiten gefahren werden. Selbst wenn diese nur Einschüchterungsversuche sind, muss ich dazu sagen, dass ich gar nicht die Zeit und Kraft dazu habe, diese im Detail zu prüfen. Die entsprechenden Personen mögen vielleicht auch mal über die eigenen Aktionen nachdenken. Im Sinne einer sachlichen Debatte zum Thema Internetsperren bleibt diese Seite bis zur Klärung des Sachverhalts offline.

Update am Rande: Da der obige Text wohl missverständlich ist: Die Seite ist nicht wegem dem Kinderhilfe-Hack offline, sondern weil Betreibern von zensursula-Seiten persönlich und rechtlich gedroht wird.



Und auf Zensursula.de steht folgendes:

es wird gerade einiges geklärt, genauere Informationen in den nächsten Tagen. Kontaktieren kann man mich hier (wenn ihr Wert auf eine Antwort legt, sollte eine Kontaktadresse mit angegeben werden :-)


Wer weiß, was da los ist? Wird aus dem rechtlich umstrittenen Vorgehen gegen die BMI-Satirejetzt "business as usual"?

[Update] Die betreffenden Seiten sind wieder online und auf zensursula.net ist hierzu zu lesen:

Das Problem war nur: Die Ankündigung einer Strafanzeige. Und wer die News der letzten Wochen verfolgte, weiß wie leicht man heutzutage – gerade im Bereich KiPo – eine Hausdurchsuchung abbekommt. Das war das Risiko nicht wert. Im gemeinsamen Konsens legten wir beide Seiten temporär aufs Eis – und warteten auf Antworten. Statt eben dieser kamen aber leider nur weitere unverständliche Textschnippsel (man kann es kaum anders bezeichnen), die man eigentlich nur noch ignorieren konnte.

Auch haben wir inzwischen netterweise ein Statement von einem Rechtsanwalt zu diesem Thema, der eigentlich nichts an der Domain zu beanstanden hatte.

Mit diesem Text möchten wir klarstellen, dass wir uns hier nicht erpressen lassen wollen. Schon gar nicht von Leuten, die mit einer solchen Rechtschreibung unverständliche Drohungen von sich geben.

Vielen Dank geht an dieser Stelle nochmals an die vielen Hilfsangebote, die wir erhalten haben, auch von zahlreichen Rechtsanwälten, die uns in der Sache unterstützen wollten. Wir lassen uns nicht unterkriegen!
Geschrieben von Martin in Politik, Sicherheit Kommentare: (4) Trackback: (1)

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"Zensursula"-Websites offline
U. a. auf Save-Privacy und netzpolitik.org ist heute zu lesen, dass der Content auf zensursula.net und zensursula.de nicht mehr verfügbar sei. Unter diesen Domains sind aktuell nur Hinweistexte zu finden. In einem der beiden ist die Rede von "persö
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#1 - Jens besagt:
19.05.2009 00:18 - (Antwort)

"sondern weil Betreibern von zensursula-Seiten persönlich und rechtlich gedroht wird."

Ich hasse solche Gerüchtekücheanheizerei. Und ich hasse es, wenn sich Leute auf diese Weise als Opfer hinstellen.

#2 - Anonymous besagt:
19.05.2009 08:58 - (Antwort)

Mich würde es doch sehr interessieren wie die rechtliche Grundlage dieser Drohungen ist. Weshalb wird gedroht? Wegen der "verunglimpfung" des Namens von Ursula von der Leyen? Wegen des Missbrauchs von irgendwelchen Ministerien-Logos? ..oder wegen etwas ganz anderem?

Etwas mehr Klarheit in der Sache wäre hilfreich. Ich warte gespannt auf neue Information.

#2.1 - Martin besagt:
19.05.2009 09:52 - (Antwort)

Auf Nachfrage an den Seitenbetreiber von zensursula.de erhielt ich die Antwort, er habe einige sehr merkwürdige mails bekommen, in denen mit allen möglichen Dingen gedroht wird, die man "so und so deuten kann". Konkret konnte man mir nicht antworten, um welche Sachverhalte es sich dabei handelt, es kann also, bis der Seitenbetreiber sich selbst öffentlich zu Wort meldet nur gemutmaßt werden. Ich gehe derzeit eher nicht davon aus, daß es sich bei den Absendern um öffentliche Stellen handelt. Aber das Thema KIPO sollte auch "rechtsaußen" genügend Privatleute finden, die sich durch Seiten wie die hier angegriffenen in ihren kruden Vorstellungen von "Recht und Ordnung" angegriffen und herausgefordert fühlen.

@Jens: Gerüchtekücheanheizerei wie im Falle wikileaks ist sicher kritisch zu bewerten. Allerdings finde ich, es muss über solche Vorgänge auch berichtet werden, gerade mit Blick auf die politischen Bestrebungen zur Internetzensur und Verwaltungsvorgängen wie bei der BMI-Satire. Ich sehe in diesem Fall auch nicht, dass sich jemand als Opfer darstellt. Dies wäre erst der Fall, wenn über ein konkretes Vorgehen berichtet würde (bisher ist weder bekannt, was der Inhalt der Drohungen ist, noch wer der Absender war). Und wenn jemand aufgrund seines Engagements Schmähmails oder Drohungen welcher Art auch immer bekommt kann ich durchaus nachvollziehen, dass man sich auch real bedroht fühlt (nicht alle sind solche Dickhäuter wie die TPB-Betreiber :-)).

Es bleibt also nur, ein Statement des Seitenbetreibers abzuwarten.

#3 - Tobias besagt:
16.06.2009 17:38 - (Antwort)

@martin weist du vielleicht wie lange es dauert bis man ein statement erwarten kann?


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